Fachtag im QBZ Robinsbalje
Wie kann Sprachförderung im Alltag von Kindern und Familien ganzheitlich gelingen? Dieser Frage widmete sich der Fachtag unseres Quartiersbildungszentrums (QBZ) Robinsbalje am 28. September. Fachkräfte, Eltern, Ehrenamtliche und weitere Interessierte kamen zusammen, um sich auszutauschen, neue Impulse zu gewinnen und gemeinsam auf die Bedeutung von Sprache für Bildung, Teilhabe und Integration zu schauen.
Zum Auftakt begrüßte Lucie Horn, Leitung des QBZ, die Teilnehmenden. Anschließend sprach Jörg Angerstein, Vorstand der Hans-Wendt-Stiftung, in seinem Grußwort über die zentrale Bedeutung von Sprache für eine chancengleiche Bildungslaufbahn und gelingende Integration.
Sprachförderung beginnt im Alltag
Sprache ist weit mehr als ein schulisches Lernziel. Sie entwickelt sich jeden Tag – im Gespräch, beim Spielen, beim gemeinsamen Singen, beim Vorlesen und in vielen kleinen Situationen des Familienalltags. Dabei spielen Eltern eine wichtige Rolle. Kinder und Eltern können sich beim Erwerb und beim Gebrauch der deutschen Sprache gegenseitig bereichern und voneinander lernen.
Lucie Horn betont: „Für eine nachhaltige Sprachförderung ist es deshalb wichtig, Sprache als Querschnittsaufgabe des gesamten Familienalltags zu verstehen. Sprachliche Bildung findet nicht nur in Kita und Schule statt, sondern überall dort, wo Menschen miteinander sprechen, spielen, zuhören und sich austauschen.“
Genau hier setzen die Angebote der Quartiersbildungszentren an. Mit ihren interdisziplinären Angeboten schaffen die QBZs vielfältige Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Familien, Sprache ganz selbstverständlich im Alltag zu erleben und anzuwenden. Besonders mit Angeboten am Nachmittag, an Wochenenden und in den Ferien ergänzen sie die Arbeit von Kitas und Schulen und schaffen zusätzliche Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen.
Fachliche Impulse und praktische Workshops
Einen fachlichen Impuls gab Prof. Dr. Wiebke Scharff Rethfeldt, Professorin für Logopädie und Mehrsprachigkeit an der Hochschule Bremen. Als Expertin für die Frühdiagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei kulturell divers und mehrsprachig aufwachsenden Kindern gab sie Einblicke in aktuelle fachliche Perspektiven auf Sprachentwicklung und Sprachförderung.
In zwei Workshopphasen konnten die Teilnehmenden anschließend selbst aktiv werden. Unter den Titeln „Sehen, warten, aufgreifen – wie Sprache im Alltag wachsen darf“ und „Spielen, Singen, Reimen – Sprache gemeinsam erleben“ ging es um konkrete Möglichkeiten, Sprache im Alltag aufzugreifen und gemeinsam mit Kindern zu gestalten.
Dabei wurde deutlich: Erfolgreiche Sprachförderung braucht vielfältige Zugänge. Sie darf ganzheitlich gedacht werden und sollte die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und Familien einbeziehen.
QBZs schaffen Räume für Sprache, Begegnung und Teilhabe
Der Fachtag machte zugleich deutlich, welche wichtige Rolle die Quartiersbildungszentren in der Bildungslandschaft spielen. Sie verbinden unterschiedliche Fachbereiche, bringen Menschen zusammen und schaffen niedrigschwellige Möglichkeiten für Familien, Unterstützung und Anregung zu finden.
Sprachförderung gelingt besonders dann nachhaltig, wenn sie nicht als einzelne Maßnahme verstanden wird, sondern als gemeinsamer Auftrag vieler Akteur:innen. Die QBZs leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – mitten im Quartier, nah an den Familien und mit Angeboten, die sich am Alltag der Menschen orientieren.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referent:innen, Workshop-Leitungen, Teilnehmenden und Kooperationspartner:innen, die den Fachtag mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement bereichert haben.





