Nach 42 Jahren: Hans-Wendt-Stiftung verabschiedet das Modellprojekt IHTE

Mit einem gemeinsamen Frühstück haben Kolleg:innen der Hans-Wendt-Stiftung ein besonderes Kapitels beendet und zugleich gewürdigt: Die Integrierte Heilpädagogische Tageserziehung (IHTE) wird zum Ende des aktuellen Schuljahres eingestellt. Dies wurde zum Anlass genommen, allen Mitarbeitenden Danke zu sagen, die das richtungsweisende Angebot über mehr als vier Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement gestaltet und weiterentwickelt haben.

Was heute als erfolgreiches Unterstützungsangebot für Kinder und Familien bekannt ist, begann vor über 40 Jahren als innovatives Modellprojekt. Die Hans-Wendt-Stiftung entwickelte die IHTE als Antwort auf die Frage, wie Kinder mit besonderen Unterstützungsbedarfen frühzeitig und wirksam begleitet werden können – direkt in ihrem Lebensraum Hort und später auch Schule.

Seitdem wurden jährlich mehr als 150 Kinder an zehn Ganztagsgrundschulen und vier Horten gefördert. Insgesamt konnten in den vergangenen 42 Jahren mehr als 5.000 Kinder und ihre Familien Unterstützung und Begleitung erfahren.

Dabei stand die IHTE stets für einen besonderen Ansatz:

  • inklusiv statt ausschließend,
  • ressourcenorientiert statt defizitorientiert,
  • klar an der Seite der Kinder mit ihren Bedürfnissen, Ängsten und Sorgen,
  • vor Ort in Schule und Hort,
  • als wichtige Schnittstelle zwischen Schule/ Hort, Familie und Jugendhilfe.

Die IHTE galt weit über die Hans-Wendt-Stiftung hinaus als Vorzeigeprojekt für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Bildung und Soziales. Ihr Herzstück war die interdisziplinäre Arbeit von Erzieher:innen, Sozialpädagog:innen und Psycholog:innen. Gemeinsam bauten sie Brücken zwischen Familien, Schulen, Horten und Jugendhilfe und ermöglichten frühzeitige Hilfen für Kinder und ihre Familien.

„Oft konnten dadurch Schwierigkeiten früh erkannt und gemeinsam bewältigt werden. Wo nötig, wurden Wege zu weiterführenden Unterstützungsangeboten eröffnet. In vielen Fällen gelang es jedoch bereits durch die niedrigschwellige Begleitung vor Ort, Familien zu stärken und positive Entwicklungen anzustoßen“, bringt Saskia Beck-van Düllen, Bereichsleitung Pädagogik der Hans-Wendt-Stiftung die große Bedeutung von IHTE auf den Punkt.

Zum 31. Juli 2026 endet die IHTE nun. Inhaltlich besteht bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, dass das Angebot wertvolle Arbeit geleistet und vielen Kindern sowie Familien geholfen hat. Die Entscheidung zur Einstellung erfolgte vor dem Hintergrund, dass sich die Kooperationspartner aus den Bereichen Bildung und Soziales nicht auf eine gemeinsame Finanzierung verständigen konnten.

Umso wichtiger war es den Mitarbeitenden und der Leitung von IHTE, Carmen Kannenberg, zum Abschluss noch einmal den Blick auf das Erreichte zu richten. Die IHTE hat über vier Jahrzehnte gezeigt, wie gelingende Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe aussehen kann – zum Wohle von Kindern und Familien.

Die Hans-Wendt-Stiftung bedankt sich bei allen Kolleg:innen, die dieses Modellprojekt in den vergangenen 42 Jahren mit Fachlichkeit, Herz und Engagement geprägt haben. Ihr Einsatz hat die IHTE zu dem gemacht, was sie bis heute ist: ein wegweisendes Beispiel für frühzeitige, ganzheitliche und wirksame Unterstützung von Kindern und Familien.