Erlebnispädagogik mit Pferden

Zöpfeflechten ist eines der Highlights für Emilia und Luisa (von links). (Sabine von der Decken)

Borgfeld. 14 Mädchen und Jungen sind schwer beschäftigt und das mitten in den Osterferien. Denn unter dem Motto „Osterferien auf der Farm“ reiten, spielen und basteln Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren eine Woche lang auf dem Gelände der Hans-Wendt-Stiftung in Borgfeld.

Schon zum zweiten Mal bietet Reittherapeutin Marisa Claßen eine Osterfreizeit an. Und wieder war dieses Angebot schnell ausgebucht. Gekommen sind Kinder, die sowohl Teilnehmer der wöchentlichen Pony-Spaß- und Reitgruppen sind, aber auch Reitanfänger. Luisa und Emilia, beste Freundinnen, verbringen ihre Osterferienwoche gemeinsam auf der Borgfelder Kinder- und Jugendfarm. Den Pferdefreundinnen gefällt es, die Tiere pflegen zu dürfen und auch mal ohne Steigbügel reiten zu können. „Megagut“, antwortet Luisa auf die Frage, wie es ihr hier gefällt. „Cool“ sagt auch Emilia, die sich freut, selber einen Parcours aufbauen zu dürfen. Sie genießt es, dass alle Erwachsenen so nett sind und die Pferde so ruhig und erfahren. Und ganz besonders freut sie sich, dass sie ihrem Pflegepferd in dieser Woche so viele Zöpfe flechten darf, wie sie möchte. In anderen Reitställen machte sie schon die Erfahrung, dass das Einflechten von Mähne und Schweif nicht gern gesehen ist.

Große Osterschatzsuche mit Ponys

Während der Freizeit stehen die Ponys der Kinder- und Jugendfarm täglich im Mittelpunkt. Aber es bleibt genügend Zeit, dass passend zu Ostern Marisa Claßen und ihr Team mit den Kindern Ostereier anmalen und Osterkarten basteln. Als Abschluss der Woche, die ganz im Zeichen der Ponys steht, ist eine große Osterschatzsuche mit Ponys geplant. Weil die Freizeit stark wetterabhängig ist, erwägt die Reittherapeutin, die Schatzsuche mit verschiedenen Stationen und Geschicklichkeitsaufgaben auf dem weitläufigen Gelände vorzuverlegen. „Unser Pony Tinker kann würfeln, das habe ich ihm beigebracht“, verrät Marisa Claßen den staunenden Kindern einen der Programmpunkte.

Jeden Morgen steht die Versorgung und Pflege der sieben Pferde als erstes auf dem Programm. Putzen und Hufeauskratzen ist Voraussetzung für das sich anschließende Reit- und Spielprogramm. Marisa Claßen setzt auf Kennenlernspiele und Erlebnispädagogik, damit sich die Kinder untereinander besser kennenlernen und eine Beziehung zu ihren Pflegeponys aufbauen. „Wir sind jetzt fertig und müssen nur noch die Hufe machen“, ruft Jason der Reittherapeutin zu, deren Ansatz die heilpädagogische Förderung mit Pferd ist, und bittet sie um Hilfe. Nach dem Putzen haben die Pferde erst einmal eine kurze Verschnaufpause, während die Kinder ihr mitgebrachtes Frühstück essen. Dann geht es an diesem Tag bis zum warmen, angelieferten Mittagessen um das Thema Voltigieren.

Auf der Kinder- und Jugendfarm in der Hans-Wendt-Stiftung erleben die Kinder alles in der freien Natur, erklärt Marisa Claßen das Konzept der Osterfreizeit. „Sie nehmen ein schönes Gruppengefühl mit und lassen darüber den Alltag zu Hause.“ Kooperationsspiele vermitteln ihnen dabei besondere Erfahrungen im Bereich soziales Lernen. Aber sie nehmen auch jede Menge Wissen über Pferde, Pferderassen und -farben mit und trainieren über das Voltigieren ihre Balance und Geschicklichkeit. „Nächstes Jahr will ich auf jeden Fall wieder mitmachen“, das steht für Selena schon fest.

Für die Sommerferien hat Marisa Claßen zwei Wochen Ferienbetreuung mit Pferden in Planung, davon eine Woche mit inklusiver Pädagogik. Anmeldeformulare gibt es nach Ostern unter

www.hans-wendt-stiftung.de

Quelle: Wümme Zeitung