Was braucht es eigentlich, damit ein Burger, Wraps oder eine Kartoffelsuppe auf unserem Teller landen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine sechste Klasse der Wilhelm-Focke-Oberschule in diesem Jahr auf der Kinder- und Jugendfarm Borgfeld. Im Rahmen des Projekts „Klasse(n)Acker: Mein Teller wächst im Beet“ gestalten die Schüler:innen ihr eigenes Flächenbuffet – vom ersten Samen bis zum fertigen Gericht.
Einmal pro Woche geht es für die Klasse raus aus dem Schulgebäude und hinein in den Garten. Gemeinsam mit dem Team der Kinder- und Jugendfarm pflegen die Schüler:innen ihre Beete, gießen die Pflanzen, entfernen Beikräuter und halten die Wege frei. Dabei erleben sie unmittelbar, wie viel Arbeit, Zeit und natürliche Ressourcen in Lebensmitteln stecken.
Vom Lieblingsgericht zum eigenen Beet
Am Anfang stand die Frage: Was möchten wir eigentlich gerne essen? In Kleingruppen entschieden sich die Schüler:innen für ihre Lieblingsgerichte und machten sich anschließend selbstständig an die Planung. Auf dem Speiseplan stehen in diesem Jahr:
- Burger mit Pommes
- Wraps
- Kartoffelsuppe mit Gemüsestäbchen
- Spaghetti mit Paprika-Sahnesauce
Doch bevor gekocht werden kann, muss erst einmal angebaut werden. Die Jugendlichen recherchierten, wie viel Fläche die Zutaten ihrer Gerichte benötigen, planten ihre Beete und säten beziehungsweise zogen die benötigten Pflanzen vor. Seitdem kümmern sie sich regelmäßig um deren Pflege.
In den kommenden Wochen wird es nun besonders spannend: Die Ernte steht an. Dann werden die Schüler:innen verschiedene Anbaumethoden kennenlernen, gemeinsam einkaufen und schließlich ihre selbst geplanten Gerichte zubereiten und verkosten.
Wie viel Acker steckt in unserem Essen?
Das Flächenbuffet orientiert sich am Konzept des Weltackers. Dabei wird sichtbar, wie viel landwirtschaftliche Fläche für unsere Ernährung benötigt wird. Die Jugendlichen setzen sich nicht nur mit dem Anbau von Lebensmitteln auseinander, sondern auch mit Fragen rund um Wasser, Ressourcen, Ernährung und nachhaltiges Handeln.
„Klasse(n)Acker: Mein Teller wächst im Beet“ ist ein außerschulisches BNE-Projekt (Bildung für nachhaltige Entwicklung) der Hans-Wendt-Stiftung auf der Kinder- und Jugendfarm Borgfeld. Über ein ganzes Gartenjahr hinweg verbindet es praktische Gartenarbeit mit Recherche, Berechnungen, gemeinsamer Entscheidungsfindung und Reflexion.
So werden globale Zusammenhänge ganz konkret: Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie viel Fläche und Wasser benötigen sie? Was bedeutet unsere Ernährung für Umwelt und Klima? Und was können wir selbst verändern?
Lernen, das wächst
Das Projekt ermöglicht den Jugendlichen, nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern selbst zu erleben und mitzugestalten. Sie erwerben Wissen, übernehmen Verantwortung und entwickeln eigene Handlungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig ist das Flächenbuffet ein öffentlich zugängliches Bildungsangebot auf der Kinder- und Jugendfarm. Auch Familien, Kinder und weitere Besucher:innen können entdecken, was auf den Beeten wächst und welche Geschichte hinter den Pflanzen und Gerichten steckt.
Damit zeigt das Projekt: Nachhaltige Ernährung beginnt nicht erst beim Einkauf – sondern vielleicht schon bei einem kleinen Samen im Beet.
Ermöglicht durch starke Partner
Damit die Schüler:innen dieses besondere Gartenjahr erleben können, braucht es engagierte Partner. Das Projekt „Klasse(n)Acker: Mein Teller wächst im Beet“ wird gefördert durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie die Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Bank.
Dank dieser Unterstützung können Kinder und Jugendliche auf der Kinder- und Jugendfarm selbst erfahren, wie Landwirtschaft, Ernährung, Klima und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen zusammenhängen – und dabei erleben, dass nachhaltiges Handeln ganz praktisch beginnen kann: im eigenen Beet.



