Das Dritte Reich
1935 beschloß der Vorstand der Hans-Wendt-Stiftung, den landwirtschaftlichen Betrieb auf dem Mariannenhof einzustellen; der Betrieb war seit Jahren schon ein Zuschußgeschäft gewesen. Nun erhoffte man, durch Verpachtung bessere Einnahmen zu erzielen. Die Stiftungsverfassung wurde ergänzt:
„Sollte der Zweck der Stiftung nach dem Ermessens des Vorstandes durch Erhaltung einer Erholungsstätte nicht mehr in befriedigender Weise erfüllt werden können, so bleibt es dem Vorstand überlassen, anderweite Maßnahmen zur Erreichung dieses Zweckes durchzuführen."
Auf das Gelände Am Lehester Deich zog der Reichsarbeitsdienst; Schützengräben wurden ausgehoben und die Jugendlichen paramilitärisch ausgebildet. Auf dem hinteren Teil des Grundstücks errichtete der Sicherheitsdienst einen Schießstand; gegen Ende des Krieges wurden Flak-Geschütze aufgestellt. Am 12. Oktober 1944, als alliierte Flugzeuge einen Angriff auf Bremen flogen, trafen Bomben auch das Wohnhaus, die ehemalige Sommerresidenz der Familie Wendt; das Haus brannte völlig aus.
Die beiden Baracken wurden weiterhin für Landaufenthalte genutzt; die Kinder aber mußten „deutsche Volksgenossen" sein, wie es der Vorstand 1941 verfügte. Auch die Hans-Wendt-Stiftung entzog sich der Zeit nicht.